Mediennutzung von Jungen

NZZ Das statistische Gewissen wird natürlich etwas strapaziert, wenn die heutige bzw. sich langsam abzeichnende neue Mediennutzung der Jungen mit dem Erstarken der SVP direkt in Verbindung gebracht wird.

Allerdings fällt es fast schwer, nicht gewisse Übereinstimmungen festzustellen.
Die SVP setzte bei den Wahlen 2015 wie noch nie auf Social Media und dabei auf leichte, pseudo-folkloristische, zugegeben in Ansätzen durchaus selbstironische Werbung. Daneben gab es ein paar Schlagworte mit wenig Realitätsbezug und selbst gestrickte Statistiken. Vertiefende, erläuternde oder differenzierende Sichtweisen oder konkrete Lösungsansätze fehlten vollständig.

Laut «Reuters Digital News Report» (2015) dienen andererseits Social Media zunehmend als primäre Informationsquelle. Über diese Plattformen wird aber vor allem leichter Informationsstoff weitergereicht. Von den 200 Beiträgen, die im vergangenen Jahr am meisten verlinkt oder mit einem «Like» versehen wurden, sind laut Forschern des Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft (Fög) 61% der Kategorie Soft News zuzuordnen, und 80% haben nur episodischen Charakter; sie bieten also keine Einordnung eines Themas.
Das Fög sagt es kurz: «Der Informationsjournalismus hat ein Nachwuchsproblem». Ich würde diese Aussage wie folgt ergänzen: «Der Informationsjournalismus hat zunehmend ein Nachfrageproblem».

Das stimmt mich schon nachdenklich.

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